Flohmarkt machen/besuchen

Auf dem Flohmarkt kann man nahezu alles an den Kunden bringen.

Auf dem Flohmarkt kann man nahezu alles an den Kunden bringen.

Trotz Ebay & Co.: Alte Sachen auf dem Flohmarkt verkaufen ist immer noch in und bringt sofort Geld. Besonders lohnenswert

sind ein paar Stunden auf dem Flohmarkt vor allem dann, wenn man ein ganzes Sammelsurium an verschiedenen Gegenständen zu verkaufen hat. Anstatt sie einzeln auf eine Online-Plattform zu stellen, präsentiert man auf dem echten Marktplatz alles zusammen auf einem Fleck und kommt mit den potenziellen Käufern ins Gespräch.

Wie findet man einen passenden Flohmarkt?

Gute Quellen sind lokale Mitteilungsblätter, bei größeren Städten auch Stadtteilmagazine. In deren Veranstaltungskalender finden sich die Termine für verschiedene Flohmärkte und auch Basare für den Verkauf von Kinderkleidung und Spielzeug. In Großstädten gibt es zudem Flohmärkte, die regelmäßig zu festgelegten Zeiten an einem bestimmten Ort stattfinden. Von der Stadt veranstaltete Flohmärkte sind auch beim Marktamt zu erfragen. Alle anderen findet man mit etwas Suche im Internet. Bedenken sollte man aber auf jeden Fall, dass man sich bei sehr beliebten Flohmärkten rechtzeitig einen Platz reservieren muss.

Immer häufiger werden auch Hof-Flohmärkte veranstaltet, die sich im Normalfall auf einzelne Straßenzüge beschränken. Hier kommt es nicht nur auf das Verkaufen, sondern auch auf die Pflege der nachbarschaftlichen Beziehungen an. Aber auch beim Klönen wechseln so einige Dinge den Besitzer. Und noch ein Pluspunkt: Es gibt keine Standgebühren.

 

Wie lege ich die Preise fest?

Die Meinungen, ob man die zu verkaufende Ware auspreisen sollte oder nicht, gehen ziemlich auseinander. Manche alten Flohmarkthasen sagen: nein, auf keinen Fall mit Preisschildern versehen. Das mögen die Kunden nicht. Manche potenziellen Käufer sind wiederum froh, wenn sie durch angegebene Preise eine Orientierung haben und sich keine Blöße geben müssen, wenn die erfragte Standuhr fünfmal so viel kostet wie gedacht.

Bei Preisschildern scheiden sich die Geister.

Bei Preisschildern scheiden sich die Geister.

Die Befürworter der fehlenden Preisschilder argumentieren, dass man so den Kostenpunkt für jeden Kunden neu festlegen kann, je nachdem, wie zahlungswillig oder interessiert man ihn einschätzt. Das ist für Neulinge im Geschäft aber nicht so empfehlenswert. Erstens muss man schon ein sehr gutes Auge für Menschen haben und muss sich dann auch den individuellen Preis merken, falls ein Kunde mehrfach kommt, bevor er sich zum Kauf entschließt. Wenn dann jedes Mal ein anderer Preis genannt wird, wirkt das sehr unprofessionell. Die Marktämter raten generell eher zu Preisschildern, weil das von den Kunden als Referenz gesehen werde.

Doch egal, ob man auspreist oder nicht: Die Preise sollten stimmig sein – und zwar sowohl in Bezug auf den tatsächlichen Wert eines Gegenstands als auch auf Flohmarktniveau. Um ein Gespür dafür zu bekommen, wie viel die Anbieter im Durchschnitt verlangen, sollte man vorher ein paar Flohmärkte besuchen und die Preise von Gegenständen, die den eigenen ähneln, erfragen. Den Kaufpreis dann etwas höher ansetzen als den erwünschten Erlös, um etwas Spielraum zum Handeln zu behalten.

 

Weitere Tipps für den Flohmarktverkauf

  • Rechtzeitige Reservierung: Viele Flohmärkte sind sehr begehrt, so dass man sich rechtzeitig um die Anmeldung kümmern muss, um überhaupt dabei sein zu können. Am besten vorher zu Hause ausprobieren, wie groß die Standfläche für die anzubietenden Waren sein muss, und die Preise erfragen, damit es später keine böse Überraschung gibt.
  • Platzwahl: Natürlich sollte der Platz gut sichtbar sein, aber es gibt noch mehr zu beachten. Gleich zu Beginn des Flohmarkts ist eher nicht so günstig, da viele noch nicht so in Kauflaune sind oder nicht gerne beim Kaufen beobachtet werden. Das gilt insbesondere für Flohmärkte in Hallen oder anderen geschlossenen Räumen. Ganz hinten in einem Eck ist auch nicht zu empfehlen, weil viele Sackgassen nicht bis zum Ende durchgehen. Optimal ist ein Platz in der Nähe einer “Fressbude”, soweit vorhanden, denn dort verweilen die Flohmarktbesucher länger und haben Zeit, den Blick durch die nähere Umgebung schweifen zu lassen.
  • Ansprechende Präsentation: Je attraktiver eine Ware präsentiert wird, desto eher wird sie auch gekauft. Das gilt auch oder vielleicht sogar besonders für Gebrauchtes. Dazu gehört, die Gegenstände, wenn nötig, zu säubern. Niemand will Angegammeltes kaufen. Unbedingt gehört auch ein Tisch dazu, denn lediglich eine Decke auf dem Boden ist nur bei Kinderflohmärkten angesagt. Besonders praktisch sind Tapeziertische, weil sie einfach zu transportieren sind und eine ansehnliche Präsentationsfläche bieten. Darauf gehört eine Decke oder ein Tuch in einer Farbe, die die angebotene Ware möglichst gut zur Geltung bringt. Besonders schöne Stücke können auf einem Podest besonders angepriesen werden, Kleidung gehört an eine Kleiderstange, Schmuck am besten auf dunklem Samt präsentiert und nicht in der Wühlkiste. Je hochwertiger Sie Ihre Ware präsentieren, desto bessere Preise können Sie auch erzielen.
  • Beim Verkauf von Schmuck und Kleidung muss ein Spiegel vorhanden sein.

    Beim Verkauf von Schmuck und Kleidung muss ein Spiegel vorhanden sein.

    Ausstattung und Planung: Um Ihre Kunden zufriedenzustellen, sollten Sie auch Tüten und Verpackungsmaterial bereithalten sowie genügend Wechselgeld. Wer Schmuck oder Kleidung verkauft, sollte zudem einen Spiegel anbieten können, bei Kleidung eventuell auch eine kleine Vorhangkabine zum Anprobieren. Auch das Wetter sollte man in die Planung miteinbeziehen. Bei Sommerwetter an Sonnenschirme, bei wechselnder Witterung an Regenplanen zum Abdecken denken. Für sich selbst sollte man entsprechenden Sonnenschutz bzw. warme Kleidung einpacken sowie genügend Getränke und Proviant. Außerdem unbedingt Helfer einplanen. Die braucht man schon für den Transport der Tische und Waren, aber auch am Stand. Schließlich “muss” jeder mal, und da kann der Stand nicht unbeaufsichtigt bleiben. Besser sind sowieso mindestens zwei Personen dauerhaft am Stand, da auf Flohmärkten oft auch ein paar Langfinger unterwegs sind.

  • Positive Stimmung: Sie selbst geben die Grundstimmung an Ihrem Stand vor. Wer die ganze Zeit im Campingstuhl sitzt, zeigt nur wenig Interesse daran, seine Ware auch wirklich zu verkaufen. Wer hingegen im Stehen die Kunden empfängt und auf sie eingeht, hat eindeutig die besseren Karten. Nur, wer sich selbst von seiner eigenen Ware begeistert zeigt, wird sie auch gut verkaufen. Was einem selbst peinlich ist, sollte man gar nicht erst anbieten. Wer die Flohmarktbesucher gut beobachtet, kann sie auch beeinflussen. Hier kommen Verkäuferqualitäten zum Tragen. Hält der Kunde bereits einen Gegenstand in der Hand, kann es nicht schaden, diesen auf charmante Weise anzupreisen. Vielleicht gibt es eine schöne Geschichte dazu oder ein interessantes Herstellungsjahr? Eine kleine Beratung wird in vielen Fällen auch gerne angenommen.
  • Handeln gehört dazu: Wer nicht handeln mag, wird sich als Verkäufer auf einem Flohmarkt schwer tun. Also am besten vorher darauf einstellen und die Preise schon etwas höher ansetzen (s. a. “Wie lege ich die Preise fest?”). Reduzieren sollte man aber immer nur in kleinen Schritten, um die Wertigkeit des betroffenen Gegenstands zu bewahren und natürlich, um doch noch einen möglichst guten Preis zu erzielen. Jammer-Argumente wie “Ich selbst habe damals soviel Geld dafür bezahlt” sind allerdings tabu. Manche Kunden versuchen auch, mehrere Artikel im Paket zu kaufen und schlagen einen Preis vor, der zunächst vielleicht relativ hoch klingen mag. Hier sollte man möglichst schnell überschlagen, wieviel man im Einzelverkauf erzielen könnte. Gerade, wenn es  noch früh am Flohmarkttag ist, sind Aufkäufer unterwegs, die wenig eigene Ware mitbringen und dafür erst bei den anderen Flohmarktständen einkaufen gehen. Die meist im Paket erstandene Ware wird dann zum wesentlich lukrativeren Preis weiterverkauft.