Selbstgemachtes verkaufen

Selbstgestricktes und anderes Handgemachtes ist begehrt wie schon lange nicht mehr.

Selbstgestricktes und anderes Handgemachtes ist begehrt wie schon lange nicht mehr.

Wer ein wenig handwerkliches Talent besitzt, ist fein raus. Selbstgefertigtes und Individuelles ist sehr begehrt und findet mit etwas Glück seine Käufer. Die findet man auf Floh- und Künstlermärkten, im Einzelhandel und natürlich im Internet. Über DaWanda, Vondir.de und etsy.com lassen sich die eigenen Produkte einem großen Publikum vorstellen. Denkbar ist auch ein eigener Online-Shop, der sich jedoch nur lohnt, wenn schon einige Verkäufe auf Online-Marktplätzen verbucht werden konnten. Voraussetzung für erfolgreiche Verkäufe sind qualitativ hochwertige Produkte, die sich von der Masse abheben.

Um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, sollten Sie einiges beachten: Der Verkäufer muss im Internet den zu verkaufenden Artikel genau und wahrheitsgemäß beschreiben, Produktfotos dürfen nicht nachbearbeitet sein, alle Kosten inklusive Verpackung und Versand müssen klar ersichtlich aufgelistet sein, Angaben zum Verkäufer wie Adresse etc. müssen angegeben werden. Zudem gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), an die sich sowohl Käufer als auch Verkläufer halten müssen. Bei Online-Marktplätzen sind diese schon vorgegeben, bei einem eigenen Online-Shop müssen Sie sich selbst darum kümmern. Wie die AGB genau aussehen müssen, um Abmahnungen vorzubeugen, und Vordrucke zum Herunterladen gibt es beispielsweise auf eRecht24.

 

Muss man Steuern zahlen und ein Gewerbe anmelden?

Um die Steuern kommt man nicht herum, aber ein Gewerbeschein ist nur ab einer gewissen Menge nötig. Wer mit dem Verkauf von selbsthergestellten Produkten Geld verdient, muss dieses auch versteuern, und zwar auf der Anlage S (Einkünfte aus selbstständiger Arbeit). Materialeinsatz, Internetgebühren und Fahrtkosten können abgesetzt werden, so dass letztlich nur der Reingewinn versteuert werden muss. Keine Steuern fallen an, wenn man mit allen Einnahmen unter dem jährlichen Grundfreibetrag liegt. Genauere Informationen erteilt das zuständige Finanzamt. Vertuschen ist übrigens keine gute Idee, denn das Finanzamt fragt mitunter bei Online-Marktplätzen an und bekommt dann auch Auskunft, wieviel ein bestimmter Verkäufer abgesetzt hat.

Wer nur hin und wieder ein einzelnes Stück verkauft, muss das zwar bei der Steuererklärung angeben, aber noch kein Gewerbe anmelden. Dies ist erforderlich, wenn regelmäßig, also quasi nebenberuflich, Produkte vertrieben werden. Ab wann das genau nötig ist und wie die Gewerbeanmeldung funktioniert, erfährt man bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) oder beim Gewerbeamt.

 

Welche Regeln gibt es für den Lebensmittelverkauf?

Der Verkauf selbstgekochter Marmelade ist mit einigen Vorgaben verknüpft.

Der Verkauf selbstgekochter Marmelade ist mit einigen Vorgaben verknüpft.

Selbsteingekochte Marmeladekreationen oder liebevoll verzierte Pralinen verkaufen – das ist für viele Hobbyköche und -bäcker ein Traum. Die Umsetzung gestaltet sich weitaus aufwendiger als bei Produkten aus dem Nonfood-Bereich. Hier ist eine Gewerbeanmeldung unumgänglich. Zuvor muss man sich allerdings die Genehmigung durch das Ordnungsamt holen, das vorab die Produktionsstätte, sprich die Küche, überprüft. Dafür empfiehlt es sich, sich schon im Vorfeld über die Auflagen zu informieren, die in jeder Stadt etwas anders ausfallen.

Zudem wird der Nachweis eines Kurses „Umgang mit Lebensmitteln“ benötigt, den es entweder bei der Stadt, der IHK oder anderen Bildungsanbietern gibt. Wer auf Märkten verkaufen will, braucht zusätzlich noch eine Reisegewerbekarte. Vorabinformationen kann man sich bei der IHK holen, die auch verschiedene Kurse zu Selbstständigkeit, Lebensmittelhandel und Hygiene anbietet.